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Ein tropfender Wasserhahn ist mehr als nur ein nerviges Geräusch, das einen nachts um den Schlaf bringt. Es ist auch eine stetige Belastung für den Geldbeutel und die Umwelt. Jeder Tropfen summiert sich im Laufe der Zeit zu einer beachtlichen Menge an verschwendetem Trinkwasser. Glücklicherweise ist die Reparatur in vielen Fällen kein Hexenwerk und kann mit dem richtigen Werkzeug und etwas Geduld selbst durchgeführt werden. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über die Ursachen und wie Sie das Problem lösen können.
Ursachen für einen tropfenden Wasserhahn
Bevor wir zur Reparatur kommen, ist es wichtig zu verstehen, warum ein Wasserhahn überhaupt tropft. Die Ursachen können je nach Art der Armatur variieren:
1. Verschleiß der Dichtungen
Die häufigste Ursache bei klassischen Zweigriffarmaturen ist eine abgenutzte, poröse oder verhärtete Gummidichtung. Mit jedem Auf- und Zudrehen wird die Dichtung gepresst, was auf Dauer zu Materialermüdung führt.
2. Defekte Kartusche
Moderne Einhebelmischer besitzen im Inneren eine sogenannte Kartusche. In dieser befinden sich in der Regel zwei Keramikscheiben, die übereinander gleiten und so den Wasserfluss und die Temperatur regulieren. Wenn sich hier Schmutz oder Kalk festsetzt, zerkratzen die Scheiben und werden undicht.
3. Kalkablagerungen
Hartes Wasser hinterlässt Kalk. Diese Ablagerungen können nicht nur den Perlator (Luftsprudler) verstopfen, sondern auch den Mechanismus im Inneren der Armatur blockieren. Kalk führt dazu, dass Ventile nicht mehr vollständig schließen können.
4. Beschädigter Ventilsitz
Bei älteren Armaturen kann der Sitz, auf den die Dichtung drückt, durch Korrosion oder zu festes Zudrehen beschädigt sein (sogenannte Auswaschungen). In diesem Fall hilft oft nicht einmal eine neue Dichtung, der Sitz muss nachgefräst oder die Armatur komplett ausgetauscht werden.
Einhebelmischer vs. Zweigriffarmatur
Die Vorgehensweise bei der Reparatur unterscheidet sich maßgeblich nach der Bauart der Armatur.
Einhebelmischer sind heute der Standard in Badezimmer und Küche. Sie lassen sich mit einer Hand bedienen und Temperatur sowie Wassermenge werden über einen Hebel geregelt. Hier ist meist die gesamte Kartusche defekt und muss als geschlossenes Bauteil getauscht werden.
Zweigriffarmaturen haben getrennte Regler für kaltes und warmes Wasser. Hier ist es oft ausreichend, das jeweilige Ventiloberteil herauszudrehen und den kleinen schwarzen Dichtungsring an der Unterseite auszutauschen. Dies ist meist die günstigste Art der Reparatur.
Werkzeug und Vorbereitung
Für die erfolgreiche Reparatur benötigen Sie in der Regel kein Spezialwerkzeug. Ein gut sortierter Haushaltswerkzeugkoffer reicht meist aus. Legen Sie sich einen passenden Maulschlüssel (oder einen Rollgabelschlüssel, auch Engländer genannt), einen Schraubendreher, einen Satz Inbusschlüssel und ein sauberes Tuch bereit.
Das Wichtigste vor jedem Eingriff in die Wasserinstallation: Stellen Sie das Wasser ab! Unter dem Waschbecken befinden sich die Eckventile, drehen Sie diese im Uhrzeigersinn zu. Wenn Ihre Eckventile klemmen oder keine vorhanden sind (z.B. bei Wannenarmaturen), müssen Sie den Hauptwasserhahn der Wohnung oder des Hauses schließen.
Legen Sie anschließend den Stöpsel in den Abfluss oder ein Tuch über den Ausguss. Nichts ist ärgerlicher, als wenn eine kleine Schraube im Siphon verschwindet. Um Chromoberflächen beim Einsatz von Zangen nicht zu zerkratzen, legen Sie bei Bedarf ein weiches Tuch dazwischen.
Wenn die Reparatur nicht hilft
Sie haben die Dichtung oder die Kartusche gewechselt und der Hahn tropft immer noch? Das kann frustrierend sein, kommt aber vor. Meist liegt der Fehler dann an versteckten Verkalkungen oder einem beschädigten Gehäuse. Wenn das Innere der Armatur zu stark angegriffen ist, rechnet sich eine weitere Reparatur oft nicht mehr. Der Kauf einer neuen, sparsamen und modernen Armatur ist dann die beste Lösung.
Vorbeugen ist besser als Heilen
Damit Ihre Armaturen lange dicht bleiben, können Sie einige einfache Tipps befolgen:
- Drehen Sie Wasserhähne nie mit Gewalt zu. Bei modernen Armaturen reicht ein leichtes Schließen völlig aus.
- Entkalken Sie den Luftsprudler (Perlator) regelmäßig. Staut sich das Wasser dort, baut sich Druck in der Armatur auf.
- Bewegen Sie auch selten genutzte Armaturen hin und wieder, damit sie nicht festsetzen.
- Bei sehr hartem Wasser kann der Einbau einer Enthärtungsanlage im Haus sinnvoll sein, dies schont nicht nur die Wasserhähne, sondern alle wasserführenden Geräte.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein tropfender Wasserhahn sollte zügig repariert werden. Mit etwas handwerklichem Geschick und einer passenden Anleitung ist das Wechseln einer Dichtung oder Kartusche schnell erledigt und Sie sparen Wasser, Geld und Nerven.
