Aktualisiert am
Ratten in der Kanalisation gehören in vielen deutschen Städten zum Alltag. Doch wenn die Nager den Weg aus dem öffentlichen Kanalnetz in Ihre private Hausleitung finden, wird es zum ernsthaften Problem. Das Tückische: Die Ursache liegt oft nicht bei mangelnder Hygiene, sondern bei defekten Rohren, fehlenden Rückstauklappen oder undichten Verbindungsstellen – also klassischen SHK-Themen. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen als Fachbetrieb, wie Ratten ins Rohrsystem gelangen, was Sie aus der Sanitär-Perspektive dagegen tun können und wann Sie zusätzlich einen Schädlingsbekämpfer hinzuziehen sollten.
Wie gelangen Ratten überhaupt ins private Rohrsystem?
Ratten leben in der Kanalisation und folgen instinktiv Nahrungsgerüchen. Ihr privates Abwassersystem ist über den Hausanschluss direkt mit dem öffentlichen Kanal verbunden. Normalerweise ist diese Verbindung dicht – doch an bestimmten Schwachstellen finden Ratten Zugang:
- Gebrochene oder gerissene Abwasserrohre: Risse ab 2 cm Breite reichen einer Ratte zum Durchschlüpfen. Alte Steinzeug- und Tonrohre sind besonders anfällig.
- Undichte Rohrmuffen und Verbindungen: An jeder Verbindungsstelle zweier Rohrsegmente kann sich über Jahrzehnte eine Undichtigkeit bilden.
- Wurzeleinwuchs: Baumwurzeln durchdringen Rohre auf der Suche nach Wasser. Die entstehenden Öffnungen sind ideale Ratteneingänge.
- Fehlende oder defekte Rückstauklappen: Ohne Rückstauklappe steht Ratten der Weg vom Kanal in Ihre Grundleitung offen.
- Offene Revisionsschächte: Schachtabdeckungen ohne dichte Verschlüsse sind eine Einladung für Nager.
Gut zu wissen: Eine einzige Ratte kann sich durch Öffnungen ab ca. 20 mm Durchmesser zwängen. Selbst kleine Rohrschäden, die noch keinen Rückstau verursachen, können bereits als Eintrittspforte dienen.
Warnsignale: Haben Sie Ratten im Rohr?
Nicht jedes Geräusch in der Leitung bedeutet Rattenbefall – aber bestimmte Anzeichen sollten Sie hellhörig machen:
- Kratz- und Scharrgeräusche in den Rohren, besonders nachts
- Kotspuren im Keller, in der Nähe von Leitungen oder am Bodeneinlauf
- Nagespuren an Rohrisolierungen, Kabeln oder Dichtungen
- Unangenehmer, modriger Geruch aus dem Abfluss, der über normalen Kanalgeruch hinausgeht
- Wiederkehrende Verstopfungen an derselben Stelle, die sich trotz Reinigung nicht dauerhaft lösen lassen
- Nistmaterial wie Papierfetzen, Stoffreste oder Pflanzenteile in der Nähe von Rohrzugängen
Wenn Sie mehrere dieser Anzeichen bemerken, empfehlen wir eine TV-Kanalinspektion – sie zeigt zerstörungsfrei, ob und wo Rohrschäden vorliegen, die Ratten den Eintritt ermöglichen.
Was wir als SHK-Fachbetrieb dagegen tun
Während ein Schädlingsbekämpfer den aktiven Befall beseitigt, kümmern wir uns um die bauliche Ursache – denn ohne Rohrsanierung kommen die Ratten immer wieder. Unsere Maßnahmen:
1. TV-Kanalinspektion
Mit einer hochauflösenden Kamerabefahrung dokumentieren wir den gesamten Zustand Ihres Abwassersystems. Wir finden:
- Risse, Brüche und Versätze in den Rohren
- Wurzeleinwuchs und Muffenverschiebungen
- Fehlende oder defekte Absperrungen
- Die exakten Stellen, an denen Ratten ins System gelangen
2. Rohrsanierung
Defekte Leitungsabschnitte werden saniert – je nach Schadensumfang:
- Inliner-Verfahren (grabenfrei): Ein kunstharzgetränkter Schlauch wird in das bestehende Rohr eingezogen und härtet dort aus. Keine Grabungsarbeiten, kein Gartenschaden.
- Partielle Reparatur: Einzelne Schadstellen werden mit Kurzlinern punktgenau abgedichtet.
- Rohraustausch: Bei schweren Schäden wird der betroffene Abschnitt komplett erneuert.
3. Rückstauklappe mit Rattenschutz
Die effektivste Einzelmaßnahme gegen Ratten im Rohr ist eine Rückstauklappe mit integriertem Rattenschutz. Diese Spezialklappen:
- Lassen Abwasser nur in eine Richtung fließen (Richtung Kanal)
- Blockieren Ratten physisch durch ein Edelstahlgitter
- Sind in verschiedenen Nennweiten (DN 100, DN 150) erhältlich
- Sollten jährlich gewartet werden
4. Revisionsschächte absichern
Offene oder undichte Schachtabdeckungen werden mit rattensicheren Verschlüssen ausgestattet. Dichtungen werden erneuert und Schachtrahmen auf festen Sitz geprüft.
Wann Rohrreinigung allein NICHT reicht
Eine professionelle Rohrreinigung mit Hochdruck beseitigt Verstopfungen, Ablagerungen und Fettrückstände effektiv. Gegen Ratten hilft sie jedoch nur bedingt:
| Situation | Rohrreinigung ausreichend? | |---|:---:| | Verstopfung durch Ablagerungen | ✅ Ja | | Verstopfung durch Rattennester | ⚠️ Kurzfristig, aber Ratten kommen wieder | | Gebrochenes Rohr als Rattenzugang | ❌ Nein – Sanierung nötig | | Fehlende Rückstauklappe | ❌ Nein – Nachrüstung nötig | | Aktiver Rattenbefall | ❌ Nein – Schädlingsbekämpfer nötig |
Die Rohrreinigung ist ein wichtiger Baustein – sie entfernt Nahrungsreste, die Ratten anlocken. Aber sie verschließt keine Zugangswege. Dafür braucht es Sanierung und Rattensperren.
Rohrsanierung + Schädlingsbekämpfung = die richtige Kombination
Bei einem aktiven Rattenbefall im Rohrsystem ist die Kombination zweier Fachleute der richtige Weg:
Wir als SHK-Betrieb übernehmen:
- Kamerainspektion zur Schadensortung
- Rohrsanierung und Abdichtung
- Einbau von Rückstauklappen mit Rattenschutz
- Sicherung der Revisionsschächte
- Regelmäßige Wartung des Rohrsystems
Der Schädlingsbekämpfer übernimmt:
- Professionelle Rattenbekämpfung mit zugelassenen Mitteln
- Befallsmonitoring und Erfolgskontrolle
- Beratung zur Vorbeugung
Für die fachgerechte Rattenbekämpfung empfehlen wir erfahrene Schädlingsbekämpfer wie Schädlingsbekämpfung Renoth, die den Befall nachhaltig beseitigen und Sie umfassend zur Prävention beraten.
Vorbeugung: So halten Sie Ratten dauerhaft fern
Mit diesen Maßnahmen minimieren Sie das Risiko, dass Ratten überhaupt in Ihr Rohrsystem gelangen:
- Rückstauklappe mit Rattenschutz einbauen lassen – die wichtigste Einzelmaßnahme
- Rohrsystem alle 10 Jahre per Kamera inspizieren lassen – Schäden erkennen, bevor Ratten sie finden
- Keine Essensreste in die Toilette oder den Abfluss – das lockt Ratten aktiv an
- Defekte Rohre zeitnah reparieren lassen – jeder Riss ist ein potenzieller Rattenzugang
- Kellerfenster und Lüftungsöffnungen mit Gittern sichern – Maschenweite max. 18 mm
- Komposthaufen nicht direkt neben dem Haus – hält Ratten vom Gebäude fern
- Regelmäßige Wartung der Rückstauklappe – einmal jährlich vom Fachbetrieb
Unser Tipp: Bei einem Hauskauf oder vor einer größeren Sanierung lohnt sich immer eine TV-Kanalinspektion. Sie gibt Ihnen Klarheit über den Zustand des Rohrsystems und zeigt, ob Rattenschutzmaßnahmen nötig sind – bevor es zum Problem wird.
Fazit
Ratten im Rohr sind kein reines Schädlingsthema – sie sind zu einem großen Teil ein bauliches Problem. Defekte Rohre, fehlende Rückstauklappen und undichte Verbindungen öffnen den Nagern buchstäblich die Tür. Eine Rohrreinigung beseitigt Ablagerungen, aber verschließt keine Zugangswege. Dafür braucht es die Expertise eines SHK-Fachbetriebs: Kamerainspektion, Rohrsanierung und Rattensperren bilden den dauerhaften Schutz. In Kombination mit einem professionellen Schädlingsbekämpfer lösen Sie das Problem nachhaltig – von beiden Seiten.
