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Rückstauklappe einbauen – Schutz vor Kellerüberflutung

Schützen Sie Ihren Keller vor Überflutungen durch Starkregen. Erfahren Sie alles über die Funktion, gesetzliche Pflichten und den Einbau einer Rückstauklappe.

📋 Schritt-für-Schritt Anleitung3 häufige FragenAktualisiert: 22. Juli 2026

Aktualisiert am

Die Bilder von vollgelaufenen Kellern, schwimmenden Möbeln und zerstörten Heizungsanlagen häufen sich in den letzten Jahren. Die Ursache sind meist extreme Starkregenereignisse. Wenn die öffentliche Kanalisation die enormen Wassermassen nicht mehr fassen kann, staut sich das Wasser in die Häuser zurück – und schießt regelrecht aus Toiletten, Duschen und Waschbecken im Keller. Den einzigen verlässlichen Schutz vor diesem Albtraum bietet eine fachgerecht installierte Rückstausicherung.

Was ist ein Rückstau und wie entsteht er?

Das öffentliche Kanalnetz ist aus wirtschaftlichen und technischen Gründen so dimensioniert, dass es durchschnittliche Regenmengen problemlos abführen kann. Bei extremem Starkregen oder Verstopfungen im Hauptkanal ist das System jedoch schnell überlastet. Das Wasser drückt dann in den Rohren nach oben.

Der kritische Punkt ist die sogenannte Rückstauebene. Das ist die höchste Ebene, bis zu der das Wasser in einem Entwässerungssystem ansteigen kann. Meist entspricht dies dem Niveau der Straßenoberkante vor dem Grundstück. Alles, was im Haus unterhalb dieser Ebene liegt (also Abläufe im Keller, Souterrainwohnungen, Waschküchen), ist massiv gefährdet. Ohne Schutz drückt das Abwasser samt Fäkalien aus der Kanalisation durch die Rohre zurück ins Haus.

Wie funktioniert eine Rückstauklappe?

Eine Rückstausicherung fungiert wie ein Ventil in der Abwasserleitung. Im Normalbetrieb ist die Leitung offen: Das Abwasser aus dem Haus fließt ungehindert in Richtung Straßenkanal ab.

Kommt es jedoch zu einem Rückstau, ändert sich die Fließrichtung. Der Druck des aus der Kanalisation zurückdrückenden Wassers schließt die Klappen im Gehäuse der Rückstausicherung mechanisch oder elektronisch wasserdicht ab. Der Weg ins Haus ist blockiert, der Keller bleibt trocken. Sobald der Druck aus dem Kanal nachlässt, öffnen sich die Klappen wieder, und das häusliche Abwasser kann wieder abfließen.

Welche Arten von Rückstausicherungen gibt es?

Nicht jede Rückstauklappe darf überall eingebaut werden. Die Wahl des richtigen Systems hängt zwingend davon ab, welche Art von Abwasser durch das Rohr fließt:

1. Fäkalienfreies Abwasser (Grauwasser)

Für reines Grauwasser, also das Abwasser von Duschen, Waschmaschinen oder Bodenabläufen, reichen einfache mechanische Rückstauverschlüsse (Typ 2 oder 3) aus. Sie arbeiten mit einer oder zwei frei pendelnden Klappen, die durch den Wasserdruck geschlossen werden.

2. Fäkalienhaltiges Abwasser (Schwarzwasser)

Wenn an den Rohrstrang eine Toilette angeschlossen ist, ist höchste Vorsicht geboten. Hier dürfen niemals einfache mechanische Klappen eingebaut werden! Toilettenpapier oder Fäkalien könnten sich in der Klappe verklemmen, sodass diese im Ernstfall nicht mehr schließt. Für fäkalienhaltiges Abwasser ist der Einbau eines elektronisch gesteuerten Rückstauautomaten (Typ 3 F) oder einer vollwertigen Hebeanlage zwingend vorgeschrieben. Eine elektronische Anlage erkennt den Rückstau über einen Sensor und verschließt das Rohr motorisch mit enormer Kraft, sodass auch störende Feststoffe einfach durchtrennt werden.

Wo wird die Rückstauklappe eingebaut?

Der Einbauort muss sorgfältig geplant werden. Es ist oft ein Fehler, einfach eine zentrale Klappe in die Hauptleitung des Hauses einzubauen. Wenn die Klappe bei Starkregen schließt, können Sie im gesamten Haus (auch in den oberen Stockwerken) kein Wasser mehr ablaufen lassen. Das Abwasser aus den oberen Etagen würde sich dann im Haus stauen und den Keller von innen fluten!

Daher wird in der Regel nur der Leitungsstrang mit einer Rückstausicherung versehen, an dem die gefährdeten Entwässerungsgegenstände unterhalb der Rückstauebene angeschlossen sind. Die Rohre aus den oberen Stockwerken müssen in Fließrichtung hinter der Rückstauklappe in die Hauptleitung münden.

Wann Sie einen Profi rufen sollten

Die Planung und der Einbau einer Rückstausicherung sind komplex und definitiv kein Projekt für Heimwerker. Wird hier ein Fehler gemacht (z.B. falscher Klappentyp, falscher Einbauort), ist das System nutzlos – Sie verlieren Ihren Versicherungsschutz und riskieren katastrophale Wasserschäden.

Wenn Sie überprüfen lassen möchten, ob Ihr Haus ausreichend gegen Rückstau gesichert ist, oder wenn der Einbau, die Reparatur oder die gesetzlich vorgeschriebene Wartung einer Anlage ansteht, rufen Sie unseren Sanitär-Fachbetrieb an. Wir analysieren Ihr Leitungsnetz, beraten Sie zu den passenden Systemen und übernehmen die fachgerechte Installation inklusive Zertifizierung für Ihre Versicherung. Gehen Sie auf Nummer sicher und schützen Sie Ihr Eigentum!

Häufige Fragen

Ist eine Rückstauklappe gesetzlich vorgeschrieben?

Ja, in den meisten Kommunen verlangen die Entwässerungssatzungen einen Rückstauschutz für alle Ablaufstellen, die unterhalb der sogenannten Rückstauebene (meist das Straßenniveau) liegen.

Zahlt die Versicherung bei einem Rückstauschaden, wenn ich keine Klappe habe?

Nein, in der Regel nicht. Wenn kein funktionsfähiger Rückstauschutz vorhanden war, lehnen Elementarschadenversicherungen die Kostenübernahme bei einer Kellerüberflutung fast immer ab.

Muss eine Rückstauklappe gewartet werden?

Ja, Rückstausicherungen müssen gemäß DIN-Norm regelmäßig (mindestens zweimal jährlich) von einem Fachbetrieb gewartet und auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft werden.

Wir übernehmen das für Sie

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